SprechplattenRenaissance

Wir verfolgen das Ziel der Ablösung der CD im Marktsegement Hörbuch durch die Schallplatte, die bereits vor Einführung von CD/MC als "literarische Sprechplatte" in diesem Bereich führend war. Damit unterstützen wir einen schon seit einiger Zeit beobachtbaren Trend. Wirken Sie an diesem Vorgang mit und kommentieren Sie unsere Postings.

Tuesday, May 31, 2005

Diesen Samstag endlich Peter Alexanders musikalische Sprechplatte "Piccolo Party" ab 15 Uhr komplett auf WDR 4

Siehe http://sprechplatten.blogspot.com/2005/05/wdr-4-schallplattenbar-entwickelt-sich.html. Wir haben noch mal in unsere alte Scheibe hineingehört - es lohnt sich! Am Samstag wird dann im gesamten deutschsprachigen Raum ein Türläuten aus den frühen 60ern mit Peter Alexanders daraufflogenden legendären Worten "Es hat geklingelt, das heißt es fing was an. Meine Piccolo-Piccolo-Party die begann..." zu hören sein. Das jeder zur Piccolo-Party eingeladen ist versteht sich von selbst.

Weltnichtrauchertag

Es ist wohl nirgends soviel geraucht worden, wie auf den Plattencovern literarischer Sprechplatten – selbst das Rock-Genre wird da prozentual nicht mithalten können. Zum Weltnichtrauchertag haben wir einige der schönsten Motive für sie herausgesucht und unsere Favoriten hier als Top 10 verlinkt:

1. Mathias Wieman in memoriam (der traurige und doch wunderschöne Spitzenreiter, obwohl oder gerade weil der Titel mahnend mit dem Titelfoto korrespondiert)

2. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Passenger/Weiser1.jpg - Grete Weiser - Aus meiner Jugend Maienblüte (Für mehr Ausdruck in der Stimme?)

3. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/Xxdame.jpg - Damen bitte weghören. R.T. Odeman spricht R.T. Odeman (Der homosexuelle Musiker und Schriftsteller Odeman überlebte das KZ - wird er dies auch überleben?)

4. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/Rom.jpg - Erich Kästner - Sachliche Romanzen (Erfolgreiche Kinderbuchautoren sind keine Vorbilder.)

5. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/Barlach.jpg - Ernst Barlach. Aus Briefen und Dichtungen (Doppelbegabung - in der einen Hand den Pinsel, in der anderen den Schreibstift?)

6. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/Kinski2.jpg - Klaus Kinski (jenseits von gut und böse)

7. http://www.lale-andersen.de/Bilder/LP%20Electrola%20SME%2083%20328.jpg - Lale Andersen - Mein Leben, meine Lieder (die Platte erschien auch mit anderem Cover)

8. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/00wigo.jpg - Mathias Wieman liest Goethe (oder hustet er Goethe?)

9. http://www.meinesammlung.com/~userpics/Tasso/xpweidi.JPG - Viel Vergnügen mit Hansjürgen Weidlichs heiteren Erzählungen (der einzige Pfeifenraucher in den Top 10)

10. http://www.klaus-kinski.de/veroef/pics/amadeo14116.jpg - Kinski spricht Majakowskij I

Auch Persönlichkeiten wie Wilhelm Busch, Der Brave Soldat Schwejk und der Großvater aus „Peter und der Wolf“ sind immer wieder rauchend auf Platten-Covern zu finden. Knapp nicht unter die Top Ten kam ebenso das wunderschöne Cover einer weiteren Kinski-Platte, nämlich "Jack London. Was sie nie vergessen" (http://www.klaus-kinski.de/veroef/pics/amadeo1037.jpg)

Warnung! Wenn Sie sich all die schönen Bilder angesehen haben und das ganze eigentlich ziemlich cool finden, überlegen Sie mal, welcher dieser Raucher heute noch lebt.

Sunday, May 29, 2005

Unglaublich! Dietrich Kittner wird 70 - und verkauft auch immer noch Sprechplatten...

Einen Tag nach Heinz Reincke kann ein weiterer Star der Sprechplatte seinen Geburtstag feiern - der Kabarettist Dietrich Kittner (Deutscher Schallplattenpreis 1980) , der weniger durch das Fernsehen, dem Kennner aber seit Jahrzehnten durch zahlreiche Auftritte an festen Spielstätten in Hannover und seine Tourneen bekannt ist.

Von Kittners 26 Kabarettrogrammen Kompromis(s)ere, In höheren Kr(e)isen, Cavalleria tristicana, Status, quo vadis?, Der Freiheit eine Kasse!, Im Westen nicht Treues, Goldene Pleiten, Arm aber kleinlich, Bornierte Gesellschaft, Konzertierte Reaktion, Siecher in die 70er Jahr, Dein Staat – das bekannte Unwesen, Wollt Ihr den totalen Mief?, Schöne Wirtschaft, Kittners progressive Nostalgie, Der rote Feuerwehrmann, Dem Volk aufs Maul, Maden in Germany!, Der Widerspenstigen Zahmung, Hai-Society, Droge Deutschland, Groß, größer – am Ende, Das vierte Reicht, Mords-Gaudi I+II, 40 Jahre unter Deutschen, Burger hört die Skandale!(Der Krieg der Tröpfe) sind eine Vielzahl auch auf Vinyl erschienen und das Schönste: auf seiner sehr empfehlenswerten Seite www.dietrich-kittner.de befindet sich in der Rubrik "Käufliches" der vielversprechende Hinweis "Vinyl-LP´s auf Anfrage" - ein Service, den kaum ein anderer Sprechplattenstar für seine Fans bereit hält.

SprechplattenRenaissance gratuliert Dietrich Kittner zum 70. und wünscht für die Zukunft alles Gute. Seine Sprechplatten mögen noch lange Zeit auf Anfrage erhältlich sein und damit indirekt auch die Ziele der SprechplattenRenaissance unterstützen!!!

Saturday, May 28, 2005

Sprechplattenstar Heinz Reincke wird 80 Jahre alt

Ein wichtiger Termin für Sprechplattenfreunde ist der heutige achtzigste Geburtstag Heinz Reinckes, der in den Printmedien und im öffentlich-rechtlichen Rundunk (N3 sendet heute eine z.B. ganze Heinz-Reincke-Nacht) erfreulicherweise die starke Berücksichtigung findet, die er verdient, allerdings leider unter weitgehender Auslassung der seit den 50er Jahren andauernden Plattenkarriere des Schauspielers.

Der Freund der literarischen Schallplatte erlebte Heinz Reincke 1958 als Beckmann in "Draußen vor der Tür" (einem seiner ersten großen Theatererfolge) auf der 10" LP Wolfgang Borchert zum Gedächtnis aus der legendären Wort&Stimme-Reihe von Telefunken, in Fritz Grasshoff - Seeräuber Report, in Bahrs Das Konzert zusammen mit Gustaf Gründgens und Marianne Hoppe, kabarettistisch mit Erni Mangold in Erotische Volkslieder (Nur für Erwachsene), singend auf Whisky Johnny. Songs & Shanties von London bis Mobile Bay, für die Kleinen in einer Hörspieladaption von Kästners Emil und die Detektive als Erzähler, wie auch als Sprecher von Max und Moritz. Eine Bubengeschichte in sieben Streichen und Der Struwwelpeter. Auch den Hörspiel-Zweiteiler Pinocchio von Peter Gorski hat er mit seiner ausdrucksstarken und uverwechselbaren Stimme geprägt.

Gern rezitierte er auch Ringelnatz, für die Schallplatte auf Kuttel Daddeldu und die Kinder und Die heitere Hamsterkiste. Heinz Reincke liest und erzählt Gedichte und Geschichten, auf der er neben Ringelnatz auch Deftiges von Lessing und die fast biographisch anmutende Erzählung "Heirate nur keine Wienerin" von Eva Bakos zum besten gibt (Fortsetzungen dieser Reihe mit Live-Lesungen sind z.B. bei amazon immernoch auf CD erhältlich);



aber auch Die lasterhaften Balladen des Francois Villon sprach er für Preiser als Kontrastprogramm zu den berühmten Kinski-Interpretationen auf Amadeo, sowie Faulkners Requiem für eine Nonne (zusammen mit Mathias Wieman, Heidemarie Hatheier) und von Grimmelshausens Der abenteuerliche Simplicissimus.

Wir gratulieren mit Heinz "The Voice" Reincke einem der letzten ganz großen Stars der literarischen Sprechplatte, danken ihm für seine rege Produktion in der Vergangenheit und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Sprechplattenhistorie II: Quadflieg und die neue Schillerzeit

Auf den bereits etwas älteren Bericht "Quadflieg und die neue Schillerzeit" von Gabriele Liebig wollen wir in unserer heutigen Historie aufmerksam machen. Dieser beginnt "unsere Begegnung mit Will Quadflieg fällt in die frühen 80er Jahre. Es gab noch kein Schiller-Institut, aber wir begeisterten uns für Friedrich Schiller. Leider konnte man Schiller damals nur lesen, nicht hören. Hörbücher gab es noch nicht, und wenn man Glück hatte, bekam man ein paar alte Schallplatten mit Sprechern wie - Will Quadflieg." Das Schillerjahr 2005 gibt nocheinmal Anlaß anhand dieses Berichts über die Begegnung mit einem der größten Sprechplattenstars aller Zeiten auch die historische Bedeutung des Mediums selbst nachzuvollziehen.

Lesen Sie mehr: http://www.schiller-institut.de/seiten/kulturwerkstatt/dipfl_zehn_jahre/quadflieg_2003_50.htm

Thursday, May 26, 2005

Die drei ??? (29) Die Original-Musik & Gruselserie (15) Horror Pop Sounds haben ausgespielt...

...denn es gibt die kultigen Hörspielmusiken von Carsten Bohn, die als die in der Überschrift genannten originalen LPs und MCs in Auktionen seit geraumer Zeit Horror-Preise erzielen weil BMG sie für Ihre Neuauflagen aufgrund eines Rechtsstreites seit langem nicht mehr verwenden darf und selbst innnerhalb der alten Hörspiele gegen neue (ganz furchtbare) Musik austauschen musste, jetzt endlich zu normalen Tonträgerpreisen im Handel, z.B. auf der CD "Die Original-Musik" (klicke hier: http://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/hnum/3754661/rk/home/rsk/hitlist). Auch eine zweite Folge mit weiteren 18 Tracks aus den Originalabmischungen der beliebten Hörspiel-Serien ist just erschienen und wie hier zu sehen gab und gibt es das ganze sogar live:

.

Weitere Infos finden sich auf Bohns Web-Site www.bignote.de und auf www.jpc.de.

Genügend Möglichkeiten also an die ungekürzten Original-Musiken der EUROPA-Hörspielserien in Top-Qualität heranzukommen, ohne 50, 60 oder gar 100 Euro für ein abgenudeltes Tape oder eine zerkratzte Platte auszugeben. Die drei ??? (29) Die Original-Musik & Gruselserie (15) Horror Pop Sounds haben ausgespielt... und das ist auch gut so, denn die SprechplattenRenaissance befürwortet auf keinen Fall, dass dubiose Händler, die die alten Scheiben und Kasis mit den Hörspielmusiken irgendwo aus dem Siff ziehen, wohlmöglich selber gar nichts dafür hinlegen, mit ihren Raubrittermethoden seriöse Hörspielfreunde dann das letzte Hemd abzocken - in solchen Fällen ist der Griff zur CD mehr als legitim: er ist eine Sache der Vernunft!

Monday, May 23, 2005

Literarischer Sprechplattensommer 2005

Seit der Gründung der SprechplattenRenaissance findet alljährlich der Literarische Sprechplattensommer statt; für diejenigen, die noch nicht wissen, worum es sich hierbei handelt, eine kurze Beschreibung dieser Aktivität der SprechplattenRenaissance: an verschiedene geheim verabredete Punkte (zumeist im Grünen) strömen zu geheim verabredeten Zeiten in allen Ecken Deutschlands zumeist senile, in jedem Fall aber uralte Freude des gesprochenen literarischen Wortes auf Schallplatte mit Plattenkoffern voller Sprechplatten in der einen Hand und Reisegrammolas o.ä. unter dem anderen Arm um sich unter freiem Himmel gegenseitig Erlesenes vorzuspielen. Die Themen werden nach Lust und Laune bestimmt, in diesem Jahr aber natürlich auch wieder durch die zahlreichen literarischen Jubiläen - in der Hauptsache Thomas Manns 50. Todestag, der 100. Todestag Jules Vernes, dann natürlich Schillers 200. und - hui endlich auch mal etwas erfreuliches - der 100. Geburtstag von Jean-Paul Sartre.

Thomas Mann wird aufgrund seines vorhanden umfangreichen Sprechwerkes viel selbst lesen, aber auch Schauspielgrößen wie O.E. Hasse oder Will Quadflieg könnten dazu aufgelegt sein. Das Jules Verne auch als Hörspielbearbeitung für die Jugend aufliegen wird, ist nicht nur angesichts der herrlichen Neuauflagen innerhalb der "EUROPA Originale" zum Jules-Verne-Jahr wahrscheinlich:



Schiller kommt natürlich in sämtlichen Erscheinungsformen (außer dem O-Ton) von der Rezitation bis zum Hörspiel daher (siehe auch: http://sprechplatten.blogspot.com/2005/05/der-beste-schiller-den-es-je-auf.html). Jean-Paul Sartre liegt im O-Ton vor, aber auch sekundäre Ton-Dokumente seiner Theaterarbeit auf Schallplatte sind im "Literarischen Sprechplattensommer" begehrt.

Wir wünschen allen Rentnern und denen, die sich so fühlen, die an diesem Jahr am Sprechplattensommer teilnehmen viel Spaß an der Sache und gutes Wetter für das Hören unter freiem Himmel - und in diesem Jahr weniger geschmolzene Platten als 2004 (denkt an die Sonnenschirme).

Thursday, May 19, 2005

80% Umsatzwachstum bei Hörbuch-Downloads

80% Umsatzwachstum bei Hörbuch-Downloads - diese Information gab am 6. Mai Forum3D als Pressemittelung heraus. SprechplattenRenaissance gratuliert allen Freunden gesprochener Literatur, die jetzt mehr und mehr den Internet-Download als Alternative zum Ladenkauf entdecken und meint: alle Achtung - weiter so!
  • statt zu klein ausgefallener Cover gibt es gar keine Cover mehr
  • statt eines dürftigen CD-Booklets bekommt man keins
  • den gesamten Text zum Mitlesen, wie ihn noch viele Vinyl-Ausgaben boten, kann man sich endlich ganz abschminken
  • statt eines Tonträgers, dessen Daten sich möglicherweise nach 30 Jahren allmählich verflüchtigen, kann man jetzt gleich einen CD-Rohling wählen, bei dem dies schon in einem Jahr der Fall sein kann (gibt es z.B. in Lebensmittel-Billig-Ketten oder Sonderposten-Läden)
  • nachdem man bereits zu bequem zum "umdrehen" war, muss man jetzt nicht mal mehr "CD-wechseln", denn man kann's ja gleich als MP3 auf eine CD brennen - und für immer sitzen bleiben!
  • oder warum nicht gleich die Datei auf dem PC belassen und von dort aus anhören?
Das downgeloadete Hörbuch ist wieder mal ein Quantensprung in der Geschichte der Darbietung konservierter gesprochener Literatur, die mit der Edison-Walze und der Sprechplatte begann und wie wir sehen finden sich selbst gegenüber der Hörbuch-CD noch viele große Vorteile. Die größte Errungenschaft ist es u.E. jedoch wohl, das mit dem Hörbuch in seiner Erscheinungsform als Datenstrom bzw. -paket das Produkt endgültig zum Wegwerfartikel geworden ist (bei Musik schon länger zu beobachten, daher dort auch schon länger wieder Vinyl), zu dem der Konsument keine persönliche Beziehung mehr aufbaut. Sprich: mit Hörbuch-Downloads fällt das Wegwerfen kommerzieller Wortproduktionen jetzt noch leichter als bereits zuvor mit der CD.

Da sich Geschichte immer wiederholt, wird es wie im Bereich Musik auch im Bereich Wort gerade der vermehrte Download mangelhafter Ware aus dem Internet sein, der schließlich wieder die vermehrte Rückbesinnung auf das alte Medium - die Sprechplatte - bringen wird. Das heißt die Zeit, in der sich Buch- und CD-Läden allmählich wieder auch mit literarischen Schallplatten füllen, die SprechplattenRenaissance steht jetzt unmittelbar bevor.

Tuesday, May 17, 2005

Der beste Schiller den es je auf Sprechplatte gab - welcher Schiller ist Ihr Killer?

Welcher Schiller ist Ihr Killer - das fragt seit einiger Zeit das Forum "Sprechplatten" auf foren.de (siehe unsere Links) und bezieht sich dabei auf die schönsten Plattenaufnahmen von Schiller-Texten (alle Gattungen vom Gedicht bis zum Drama) und Texten über Schiller. Eine Vorauswahl hat bereits stattgefunden, zur Zeit stehen noch 10 historische Plattenaufnahmen zur Wahl:

  1. Oskar Werner spricht Goethe und Schiller
  2. Kinski spricht Schiller
  3. Ernst Deutsch spricht Gedichte von Friedrich Schiller
  4. Das Lied von der Glocke/Der Spaziergang. Paul Hartmann
  5. Kabale und Liebe (Salzburger Festspiele). Quadflieg, Schell
  6. Maria Stuart (Burgtheater). Skoda, Holzmeister
  7. Wallensteins Tod. O.E. Hasse
  8. Don Carlos (Sellner-Inszenierung). Franck, Henninger, Schellow
  9. Die Räuber - Lühr, Griem, Benrath
  10. Thomas Mann - Versuch über Schiller,

gelesen vom Autor, bezeichnenderweise als einzige Aufnahme eines Textes, der nicht vom Dichterfürsten selbst stammt.

Zu unserem Bedauern ist Alexander Moissi mit einer seiner Rezitationen bereits in der Vorauswahl knapp ausgeschieden, wie auch die biographische Sprechplatte "Friedrich Schiller - Leben und Werk. In zeitgenössischen Zeugnissen und Briefen, in Gedichten und dramatischen Szenen ausgewählt und dargestellt von Prof. Friedrich Schreyvogl", auf der so illustre Personen wie Albin Skoda oder Gert Westphal die Textbeispiele sprechen. Dennoch wird sich unter den 10 Verbleibenen noch ein Favorit finden lassen.

Übrigens: entgegen der sonstigen Offenheit des Forums "Sprechplatten" muss man sich, um an der Umfrage teilzunehemen zu können, zuvor im Forum anmelden - dies ist allerdings ohne große Umstände und ohne weitere Verpflichtungen möglich und hat u.E. nur technische Gründe.

Also, machen Sie mit und bekennen Sie sich zu Ihrem Sprechplatten-Liebling - welcher Schiller ist Ihr Killer?

Saturday, May 14, 2005

Das Parlament äußert sich zur Sprechplatte: begehrte Raritäten!

Es ist unglaublich! Haben wir das geschafft? Wie dem auch sei - es ist wahr! Das Parlament schaltet sich in die Diskussion um die Sprechplatte ein und macht deutlich: "Deren grüne Sprechplatten sind inzwischen begehrte Raritäten geworden".

Lesen Sie auch was Schiller wieder damit zu tun hat: http://www.das-parlament.de/2005/13-14/DaspolitischeBuch/003.html

Friday, May 13, 2005

Sprechplatte im Internet I: witzeplatten.de

Wie versprochen beginnen wir heute damit unsere Links, die Sie rechts sehen können, in loser Folge eingehend vorzustellen. Damit ehren wir gleichzeitig Internetpräsenzen, die sich um die Sprechplatte und ihre Rückkehr auf den Hörbuchmarkt, verdient machen. Heute besuchen wir gemeinsam die Seite witzeplatten.de.

witzeplatten.de ist eine gut durchdachte Seite, der man die Leidenschaft ihrer Macher für das Themengebiet amerkt. Diese äußert sich z.B. darin, dass sich auf der Seite auch interessante Exclusiv-Berichte von jüngeren Auftritten von Witzeplattenstars wie Mike Krüger und Fips Asmussen befinden (wobei für uns bereits interessant war, dass die überhaupt noch auftreten), aber auch dass es sich beim "Archiv" auf witzeplatten.de nicht bloß um recherchierbare Diskographien der meisten bekannten Stars und Sternchen des humoristischen Vortrags seit der Einführung des Vinyls - mit Schwerpunkt 70er/80er - handelt, sondern die Suchfunktion gleichzeitig noch aktuelle Termine und Steckbriefe der jeweiligen Humoristen anbietet (siehe: http://witzeplatten.de/html/02_index.html) .

Ein Tipp - gehen Sie im "Archiv" in der "Entertainer-Auswahl" auch einmal auf "diverse Interpreten": dort finden Sie noch einige illustre Herrschaften, die man nicht unbedingt mit der Witzeplatte in Verbindung bringen würde, die sich aber auch zumindest einmal auf diesem Gebiet betätigt haben, z.B. den Schauspieler Hubert von Meyerinck (1896-1971) der erst auf dem Theater, von den 20er Jahren an auch ständig im Film zu sehen war, der mit einer Witzeplatte seine einmalige Könnerschaft hohe Militärs und andere hochstehende Persönlichkeiten zu karikieren für die Nachwelt verewigte. Das Cover-Scan der CBS-Platte "...selten so jelacht: zack, zack!"ist einer der vielen vergnüglichen Höhepunkte was die zahlreichen Coverabbildungen auf witzeplatten.de angeht, von denen man übrigens einige an keiner anderen Stelle im Netz finden wird.

Das unaufdringliche, aber stylische Design und benutzerfreundliche Handhabung macht auch das längere Verweilen auf den Seiten von witzplatten.de sehr angenehm. Bewertungen einzelner Platten, sofern vorhanden, sind zudem kritisch und damit für Interessierte auch wirklich hilfreich. Zudem gibt es auf den Seiten noch jede Menge schöne Gimmicks, wie z.B. den ersten Foto-Witz-Roman der Welt mit Fips Asmussen (siehe: http://witzeplatten.de/html/11_fips4.html), der selbst für Asmussen-Hasser einen Blick wert sein dürfte...

Die Macher von witzeplatten.de beschreiben auf ihrer Seite die Enstehung des Projekts übrigens folgendermaßen:

1989 begegneten sich unsere Inhaltslieferanten Jens und Holger das erste Mal in der Schule und schnell war eine absurde Gemeinsamkeit gefunden: Fips Asmussen-Kassetten zu hören.
Ab 1997 zogen Holger und Jens immer häufiger über die Flohmärkte Hamburgs, wo beide gute Musik und Hörspiele auf Vinyl suchten. Nun begann Jens außerdem wahllos Fips Asmussen-Platten zu kaufen und das alte "Humorfieber" brach wieder aus und es wurde schlimmer den je.
Nachdem Jens den Markt für die meisten Fips Asmussen- Platten abgegrast hatte, widmete er sich nun dem wahllosen Kauf von jeglichen Witzeplatten aus den 70er/80er Jahren. Hierzu gehörten schnell "Künstler" wie
Mike Krüger, Didi Hallervorden, Günter Willumeit , Otto Waalkes und Jürgen von der Lippe; wobei der Letztgenannte sicherlich der einzige ist, der auch von normalen Menschen heute noch als witzig empfunden werden kann.
Durch Holger`s Hörspiel-Kompagnon Marcus kam die Idee einer Homepage die sich mit diesem Kapitel deutschen Humors auseinandersetzt. Dieser Gedanke konnte dann erst im Herbst 2001 in die Tat umgesetzt werden, als sich unser Gitarrist Tim der gemeinsamen Band
Krumpetz als HTML-kundig erwies. Diese Mischung aus HTML-Kenntnissen, Tim`s guten Ideen für das Design, dem entsprechenden Witze- platten-Archiv im Hintergrund und vor allem genug Zeit für die Entwicklung führte dazu, daß diese Seite nun Ende Januar 2002 online gehen konnte.

Und dann heißt es noch:

Wenn nun auch Sie, verehrter Gast, dieser kranken Leidenschaft frönen und sich schwachsinnige Witze aus den 70er/80er Jahren anhören, dann wünschen wir ihnen viel Spaß beim Lesen und ansehen dieses Ergebnisses einer Idee die mal wieder, so scheint es, eine unserer Schnapsideen zu sein scheint.

Schauen Sie vorbei, auf www.witzeplatten.de.


Tuesday, May 10, 2005

WDR 4-Schallplattenbar entwickelt sich zur Sprechplattenbar

Eine der ohnehin schönsten Sendungen im deutschen Rundfunk - die Schallplattenbar auf WDR 4 - scheint sich in diesem Jahr zur Sendung mit Schwerpunkt "musikalische Sprechplatte" zu entwickeln - zumindest was die in loser Folge stattfindenden Komplettaustrahlungen klassischer Langspielplatten betrifft.

Nachdem zum Jahresausklang 2004 bereits Freddys 63er LP "Weihnachten auf hoher See", die sich an die weihnachtliche Grußsendung im Radio "Gruß an Bord" anlehnt und aus diesem Grund natürlich einen hohen Sprechanteil hat, in diesem Jahr zu ihrem 100. Geburtstag die autobiographische Schallplatte "Mein Leben, meine Lieder" von Lale Andersen innerhalb der Sendung gespielt wurde (wir berichteten) und auch die darauffolgenden im April gesendete Live-Platte wiederum von Freddy auffällig viele Wortbeiträge beinhaltete, die auch den Kern der Plattenbesprechung bilden sollten, folgt nun am 4.6. die musikalische Sprechplatte "Piccolo Party mit Peter Alexander" von 1963, auf der sich Peter der Große charmant wie zu besten Fernsehzeiten durch ein buntes musikalisches Programm moderiert.
Eine Plattenbesprechung befindet sich bereits auf den WDR-Internetseiten unter http://www.wdr.de/radio/wdr4/musik/schallplattenbar. Der WDR hat diesmal so sorgfältig gearbeitet, dass er die Titelliste der Cover-Rückseite der Original-Platte, die eigentlich ausschließlich die Musikstücke listet, um die zahlreichen Wortbeiträge Peter Alexanders ergänzt hat (wenn wir hier Preise zu vergeben hätten, wäre die "Schallplattenbar" allein für diese Idee ausgezeichnet worden) In einem knappen Monat dann kann man dann die komplette Langspielplatte (die übrigens in einer weiteren musikalischen Sprechplatte namens "Peters Platten-Party" eine direkte Nachfolgeproduktion mit annähernd gleicher Besetzung gefunden hat) im Radio hören.

Der WDR 4 ist z.B. über das Internet auch über sein Sendegebiet hinaus zu empfangen - einen Live-Stream finden auf der Internetseite http://www.wdr.de/wdrlive/radio.phtml?channel=wdr4.

Wir wünschen uns in der WDR 4-Schallplattenbar in Zukunft noch viele weitere Sprechplattenthemen - denn damit unterstützte der WDR nicht nur unsere Zielsetzungen, wir hören uns diese Sendungen auch noch ungeheuer gern an!

Monday, May 09, 2005

Friedrich Schiller heute gestorben

Es ist so weit! Friedrich Schiller (auch von Schiller, nur Schiller oder Friedrich von Schiller) ist heute gestorben und damit endlich ganze 200 Jahre tot. Unser Sprechplatten-Hörtipp für den heutigen Tag - denn Tote soll man auch mal ruhen lassen - lautet: Thomas Mann - Versuch über Schiller. Ansprache zum 150. Todestag von Friedrich Schiller, gehalten am 8. Mai 1955 im Würtembergischen Staatstheater, Stuttgart; Aufnahme des S. Fischer Verlages, Farnkfurt/Mai. Sie stellt eine von Erika Mann bearbeitete Kurzfassung des Essays dar, das von S. Fischer zum Schillerjahr wieder neu aufgelegt wurde:

Thomas Mann, Schriftsteller und Sprechplattenstar, wird erst in ein paar Monaten, am 12. August, gestorben sein und dann eben auch erst 50 und keine 200 Jahre tot sein - deshalb soll er sich Schiller zu Ehren ruhig noch ein bißchen durch die Rillen ackern und auch heute nocheinmal - wie bereits 1955 - das "Element Schiller als Lebensstoff zur Heilung unserer zerütteten Gesellschaft fast drohend anraten"(Beibuch zu einer späteren Plattenausgabe der DGG).

Am Rande: auf der Platte befindet sich einer der amüsantesten Versprecher der Geschichte der literarischen Sprechplatte, wenn Thomas Mann von "gelehrter Vorsehung" spricht, es nach der gedruckten Fassung des Textes aber eigentlich "gelehrte Forschung" heißen müsste.

Wer keine Plattenausgabe besitzt: in diesem Jahr gibt es die Rede erstmals auch auf dem widerwärtigen kleinen Silberling, den wir so hassen - sie ist eine Beilage der oben zu sehenden Buchneuausgabe. Diese allerdings ist eine Empfehlung wert!

Mehr dazu hier: http://www.fischerverlage.de

SprechplattenRenaissance wird heute 2-fach empfohlen

Zum einen erscheint ein Hinweis auf uns in einer der wichtigsten kommentierten Linklisten zum Thema "deutschsprachiges Hörbuch", www.hoerbuchlinks.de. Dort sind wir gelistet unter Hörbuch-Portale: http://www.hoerbuch-links.de/Hoerbuch-Portale.

Besonders froh sind wir über eine Empfehlung im offiziellen blog des Schillerjahres 2005 (www.schillerjahr2005.de, schillerjahr.blogspot.com) - und dann noch ausgerechnet am Ehrentag auch unseres Idols, wie hier zu sehen: http://schillerjahr.blogspot.com/2005/05/empfehlung.html.

Das sind wirklich gute Nachrichten, die auf eine baldige Wiederablösung der CD durch die Schallplatte zumindest im uns so wichtigen Bereich des Hörbuches hoffen lassen...

Thursday, May 05, 2005

Schiller schallert

Dichterfürst Schiller schillert nicht nur, er schallert auch - beste Beweise sind einige Wiederveröffentlichungen von uralten Radioinszenierungen und Sprechplattenfassungen seiner Dramen, Rezitationen seiner Balladen und Gedichte für die Schallplatte u.a. zum Schillerjahr - das zur Zeit schönste und umfangreichste Beispiel ist die von Random House Audio herausgegebene schillernde, schallernde 20-CD-Box : Zu hören sind eine stattliche Auswahl der wundervollsten Stars der Sprechplattenära aus Ost und West wie z.B. Bernhard Minetti, Martin Benrath, Rolf Henniger, Hans Korte, Rolf Boysen, Maria Becker, Ernst Deutsch, Mathias Wieman, Friedo Solter, Klaus Piontek, Wolf Kaiser und Dieter Mann.

Wir empfehlen dem Verlag für diejenigen von uns, die Schiller noch persönlich gekannt haben, sich zur Feier des Jahres auch noch zu einer Ausgabe auf 40 LP durchzuringen.

Kleiner Lichtblick: einige Remixes und Single-Auskopplungen zumindest aus dem musikalischem Werk Schillers sind bereits wieder auf Vinyl erhältlich:

Komplette Liste hier: http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-form/ref=sr_sp_go_as/302-6832157-4212026 (Link ins Adresse-Feld Ihres Internet-Explorers kopieren). Da kann es eigentlich nicht mehr lang dauern bis das Sprechwerk folgt.

Sprechplattenhistorie I: Die furchtbare Wahrheit über die Gründe für die Durchsetzung der MC auf dem Markt für Kinderhörspiele

Schon vor der sich vinylverdrängend auswirkenden Erfindung der CD hielten zunächst einige hauptächlich Eltern sich für ganz schlau und meinten, nachdem die Musicassette auf dem Markt erschienen war, dass diese nun das geeignetere Medium für Sprachaufnahmen, die der Nachwuchs hören sollte, sei. Die scheinbar gegenüber der Sprechplatte dafür sprechenden Gründe hierfür mögen gewesen sein:

-einfachere Handhabung
-Kratzerresistenz
-platzsparende Aufbewahrung

Der wahre Grund aber lag in der Faulheit dieser Eltern, die in der damaligen Ermangelung von 24 Stunden Fernsehprogramm täglich auf bis zu einer Million Kanälen Kinderhörspiele zur Ruhigstellung des Nachwuchses benötigten und da man sogar noch zu träge war den Kindern eine anständige Märchenplatte aufzulegen (und diese nach dem Hören auch wieder wegzuschließen, um sie vor den zerstörungswütigen kleinen Krallen der Bälger zu schützen, die den Wert dessen, dass gestandene Bühnenschauspieler von Gustav Knuth bis Kurt Meisel ihre Freizeit opferten um für einen Apfel und ein Ei teils zwischen Theaterprobe und Aufführung auch noch ins Tonstudio hetzten um dort ihre Sprechkunst mehr oder weniger anspruchsvollen Kinderhörspielen zur Verfügung zu stellen damit Kinder zumindest sprecherisch einwandfreie Hörspielproduktionen vorgesetzt bekommen natürlich noch überhaupt nicht in der Lage sind zu erkennen), versorgte man die Brut sobald es technisch möglich geworden war lieber mit einfach bedienbaren Kassettenplayern und unkaputtbaren kleinen Tonbändern in einer Schutzhülle aus Plastik (auch Kassette genannt) und überließ sie mit dem kinderleicht zu bedienenden System sich selbst. Die vielzitierte "Generation der Kassettenkinder", die fortan auschließlich von der Hörspielkassette erzogen wurde, war geboren (sie ist nicht zu verwechseln mit der Generation derer, die als Kind mal eine Platte gehört haben und ihre Eltern beim Auflegen und Wenden noch zu Gesicht bekamen).

Was damals niemand ahnte - die so sich Selbstüberlassenen waren doppelt betrogen! Nicht nur, dass die Erziehungsberechtigten nicht mal mehr da waren um eine Platte aufzulegen, umzudrehen oder wegzuschließen - die Kassetten enthielten zudem häufig ohne Sinn und Verstand gekürzte, wenn nicht sinnentstellende Fassungen der qualitativ hochwertigeren Versionen die sich ursprünglich auf den LPs befanden; die MC-Fassung taugte oft tatsächlich nur noch zur Berieselung.

Die Seiten von Euroa-Vinyl haben bezüglich geschnittener Hörspiele bereits einiges an Aufklärungsarbeit geleistet. Schon der Vergleich mancher Laufzeiten zwischen MC und LP lässt bösestes vermuten, wie zum Beispiel beim neusten Versionenvergleich auf www.europa-vinyl.de:

Der Schatz im Silbersee Folge 1 (LP-Version)(E 240, Laufzeit 48'15")
Der Schatz im Silbersee Folge 1 (MC-Version)(4065, Laufzeit 30'40")

Den ausführlichen LP-MC-Vergleich finden Sie nebst weiteren hier: http://www.europa-vinyl.de/special/vergl.htm:

Die Ablösung der Sprechplatte durch die MC im Bereich der Kinderhörspiel-Produktionen aus den oben genannten Gründen war im Prinzip der Anfang des Niedergangs der Sprechplatte. Mehr über die tragische Geschichte der Sprechplatte (aber auch über ihre unerwartete Wiederauferstehung) demnächst in diesem blog.

Tuesday, May 03, 2005

Was für Hobbies haben Schwachsinnige wie Ihr es seid eigentlich noch?

So lautete die letzte dankbare Reaktion eines anonymen Besuchers unseres blogs, nachdem er/sie in die wunderbare Welt der SprechplattenRenaissance eingetaucht war. Wir sind dieser Frage natürlich nachgegangen, was sich etwas umständlich gestaltete, da es die meisten von uns nicht mehr gewohnt sind ihr Haus zu verlassen und auch kein Telephon (wie, das schreibt man mit f?) abheben. Dennoch haben wir für Herrn oder Frau Anonymous folgende Hobbies herausgefunden:

  • sich per Sofortbild-Kamera mit Leuten fotografieren lassen, die Prominenten ähnlich sehen und anschließend das Bild von dem abgelichteten No-Name mit dem Namen des Prominenten signieren lassen. Der letzte große Fang war diesbezüglich ein Foto, auf dem sich Helli mit Alexander Klaws hat ablichten lassen. Herr Klaws war anschließend so freundlich, das Foto mit "Ralf Schumacher" zu unterschreiben.
  • lesen - ab und an sogar mal ein Buch! Einer von uns hat auch mal eins geschrieben - die es gelesen haben berichteten, man habe es nicht mehr aus der Hand legen können; es war auf Fliegenpapier gedruckt!
  • gegen das Waldsterben kämpfen -

aber damit sind wir dann schon wieder beim Sprechplatten-Hören... also zurück zum Geschäft - genug des Privaten!

Monday, May 02, 2005

Immerhin Vinyl-Optik

Da wird unser Hörbuch-CD-feindliches Herz ganz weich - die voraussichtlich noch in diesem Monat zu habenden neuen Wiederveröffentlichungen alter EUROPA-Hörspiel-Platten mit Klassikerbearbeitungen auf CD werden laut Hersteller BMG "als spezielles limitiertes Extra in besonderer Vinyloptik gestaltet" erhältlich sein (siehe Foto).

Die ausgewählten Titel gehören übrigens zum Besten, was je an Literaturbearbeitungen unter dem Label EUROPA produziert wurde und sind eine uneingeschränkte Empfehlung für groß und klein.

Mehr Info unter diesem Link: http://www.hoerspiel.de (siehe unter: EUROPA - Die Originale )

Andere Verlage sollten sich für ihre Re-Issues mit Vinyl-EA - falls der Mut zum echten Vinyl noch fehlt - an dieser Edition mit ihrer authentischen Nachgestaltung der Original-Sprechplatte ein Beispiel nehmen. Bravo Bertelsmann!

Sunday, May 01, 2005

Sprechplatten-Autor Schiller am 9.5. zweihundert Jahre tot

Friedrich Schiller, einer der ganz großen Autoren der Sprechplatte, ist (wie wir gerade erfuhren) am 9.05.1805 gestorben und damit im Jahr 2005 zweihundert Jahre tot - das muss gefeiert werden! Ab dem 9.05. werden wir hier in loser Folge das schönste, was Schiller für die Sprechplatte geschrieben hat, vorstellen und kommentieren.

Etwas Ernstes zum Lachen!

Mehr und mehr nutzen große Internet-Buchhäuser wie z.B. amazon die Zugkraft der Sprechplatte innerhalb ihrer Onlinestrategien (wir berichteten) , was zur Folge hat, dass auch kleinere Anbieter, Zwischenhändler etc. dem nicht nachstehen möchten und ebenfalls auf die Attraktivität der literarischen Sprechplatte setzen - leider zum Teil ohne zu wissen, was eine literarische Sprechplatte überhaupt ist.

Hierzu nur ein Beispiel von vielen auf den Internetseiten eines Unternehmens, dass sich Gelago nennt: etwas fragwürdig ist schon die offensichtlich aus amazon-Angaben (Bergkristall. Sprechplatte; von Adalbert Stifter, Erich Ponto; Kategorie(n): Belletristik, Hörbücher, Antiquarische Bücher; Unbekannter Einband - Dt. Grammophon Gesellschaft, Literar. Archiv Erscheinungsdatum: 1958; ISBN: B0000BO9YN) automatisch generierte Produktbeschreibung einer 1958 erschienenen DGG-Schallplatte auf der Erich Ponto die Erzählung "Bergkristall" von Adalbert Stifter liest (Zitat nach: http://shopping.gelago.de/itemTszwFTS3ci/Bergkristall.-Sprechplatte-Adalbert-Stifter-Erich-Ponto/):

Beschreibung:
Dt. Grammophon Gesellschaft, Literar. Archiv ist der Hersteller des Produktes. Das tolle Buch "Bergkristall. Sprechplatte" wurde von Adalbert Stifter und Erich Ponto geschrieben, weltweit erfreut es viele Leser. Das Buch hat die ISBN B0000BO9YN. Das Erscheinungsdatum von "Bergkristall. Sprechplatte" ist: 1958.

Nun gut, man kann sich denken, das der Schauspieler Ponto nicht an Stifters "Bergkristall" mitgeschrieben hat. Dass die Platte weltweit viele Leser erfreut hat ist vielleicht auch etwas übertrieben, es sei denn Ponto hätte z.B. Ausgaben dieser DGG-Platte in mehreren Weltsprachen gesprochen (was er definitiv nicht hat). So richtig dubios wird es jedoch, wenn bei Gelago zudem auch noch ein allem Anschein nach gleichermaßen gefaketer Kundenkommentar lockt, der an Stupidität allerdings fast nicht mehr zu überbieten ist (Zitat nach: s.o.):

Kommentar:
"Bergkristall. Sprechplatte ist wirklich super. Ich würde das immer wieder kaufen! Dt. Grammophon Gesellschaft, Literar. Archiv hat diesmal was Tolles herausgebracht. Vor kurzem habe ich mir Bergkristall. Sprechplatte gekauft, und ich bin begeistert. Dieses Produkt kann ich nur weiterempfehlen. Genau so sollte Bergkristall. Sprechplatte sein. "

Noch Zweifel an der Computergeneriertheit dieses Pseudo-Kundenkommentars? Zum Vergleich ein anderer Kommentar, der sich auf ein Haushaltsgerät aus dem Gelago-Sortiment bezieht:

Kommentar:
"Severin Milchaufschäumer SM9669 ist wirklich super. Ich würde das immer wieder kaufen! Vor kurzem habe ich mir Severin Milchaufschäumer SM9669 gekauft, und ich bin begeistert. Dieses Produkt kann ich nur weiterempfehlen. Genau so sollte Severin Milchaufschäumer SM9669 sein. Severin Elektrogeräte GmbH hat diesmal was Tolles herausgebracht. "
"In Zusammenarbeit mit amazon.de" heißt es übrigens auf den Internetseiten von Gelago. Wenn amazon überhaupt von dieser Art der "Zusammenarbeit" weiß, dann wird sie aufgrund derartig unseriöser, um nicht zu sagen lächerlicher Praktiken seitens Gelago u.E. sicherlich nicht mehr lange Zeit andauern. SprechplattenRenaissance jedenfalls meint: auf falsche (Sprechplatten-) Freunde können wir verzichten! Auf der anderen Seite ist die Beobachtung unseriöser Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit der Sprechplatte auch ein - wenn auch unerfreuliches - Anzeichen für die wieder steigende Popularität des Mediums.

20 Jahre Schleswig-Holstein Musik Festival? Wir gratulieren!

Wann wurde das inzwischen über seine Landesgrenzen hinaus berühmte und geschätzte Schleswig-Holstein Musik Festival gegründet? Die eigene Homepage des SHMS (http://www.shmf.de/) gibt z. Zt. auf seiner Wir-über-uns-Seite das Gründungsjahr mit 1986 an.

Am Ende der Sprech- und Klassikplatte "Schleswig-Holstein Musik Festival - Edition Nr1. Die Gründung" hingegen ist der damalige Ministerpräsident des Landes Uwe Barschel - nachdem er zuvor mit einer von ihm selbst bearbeiteten verschärften Fassung des Loriot' schen Textes zum "Karneval der Tiere" zu vernehmen war - mit folgenden, 1986 als Gründungsjahr widersprechenden Worten zu hören: "Es ist spät geworden an diesem heute schon historischen 5. Juli 1985 und es ist wieder still geworden im Kieler Schloss (...) Der Karneval der Tiere ist zuende - nun beginnt das Schleswig-Holstein Musik Festival".

Die Aussage Barschels spricht doch eher für 1985 als Gründungsjahr; diese These unterstützend kommt hinzu, dass der Cover-Text der 1986 bei der The Big Ben Phonogram Company erschienenen Doppel-LP über die zu hörende Aufnahme zu berichten weiß: "Dieses Doppelalbum - als erstes, nicht als einziges geplant - soll Art und Atmosphäre des Gründungskonzertes und seiner Wiederholung in anderer (...) Besetzung ein paar Wochen später festhalten" und schließlich explicit von einer "klingenden Anthologie sowohl von der Gründungsveranstaltung am denkwürdigen 5. Juli 1985 im großen Saal des Kieler Schlosses als auch von der Wiederholung am 21. November" spricht, was einen Versprecher Barschels gänzlich ausschließt.

Wenn aber die Gründungsveranstaltung des SHMF tatsächlich 1985 und nicht ein Jahr später 1986 stattfand, dann sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass das SHMF 1985 und nicht 1986 gegründet worden ist und dann bedeutet dieses Jahr, 2005, ein Jubiläum für das SHMF: 20 Jahre Schleswig-Holstein Musik Festival! Herzlichen Glückwunsch.