SprechplattenRenaissance

Wir verfolgen das Ziel der Ablösung der CD im Marktsegement Hörbuch durch die Schallplatte, die bereits vor Einführung von CD/MC als "literarische Sprechplatte" in diesem Bereich führend war. Damit unterstützen wir einen schon seit einiger Zeit beobachtbaren Trend. Wirken Sie an diesem Vorgang mit und kommentieren Sie unsere Postings.

Thursday, May 05, 2005

Sprechplattenhistorie I: Die furchtbare Wahrheit über die Gründe für die Durchsetzung der MC auf dem Markt für Kinderhörspiele

Schon vor der sich vinylverdrängend auswirkenden Erfindung der CD hielten zunächst einige hauptächlich Eltern sich für ganz schlau und meinten, nachdem die Musicassette auf dem Markt erschienen war, dass diese nun das geeignetere Medium für Sprachaufnahmen, die der Nachwuchs hören sollte, sei. Die scheinbar gegenüber der Sprechplatte dafür sprechenden Gründe hierfür mögen gewesen sein:

-einfachere Handhabung
-Kratzerresistenz
-platzsparende Aufbewahrung

Der wahre Grund aber lag in der Faulheit dieser Eltern, die in der damaligen Ermangelung von 24 Stunden Fernsehprogramm täglich auf bis zu einer Million Kanälen Kinderhörspiele zur Ruhigstellung des Nachwuchses benötigten und da man sogar noch zu träge war den Kindern eine anständige Märchenplatte aufzulegen (und diese nach dem Hören auch wieder wegzuschließen, um sie vor den zerstörungswütigen kleinen Krallen der Bälger zu schützen, die den Wert dessen, dass gestandene Bühnenschauspieler von Gustav Knuth bis Kurt Meisel ihre Freizeit opferten um für einen Apfel und ein Ei teils zwischen Theaterprobe und Aufführung auch noch ins Tonstudio hetzten um dort ihre Sprechkunst mehr oder weniger anspruchsvollen Kinderhörspielen zur Verfügung zu stellen damit Kinder zumindest sprecherisch einwandfreie Hörspielproduktionen vorgesetzt bekommen natürlich noch überhaupt nicht in der Lage sind zu erkennen), versorgte man die Brut sobald es technisch möglich geworden war lieber mit einfach bedienbaren Kassettenplayern und unkaputtbaren kleinen Tonbändern in einer Schutzhülle aus Plastik (auch Kassette genannt) und überließ sie mit dem kinderleicht zu bedienenden System sich selbst. Die vielzitierte "Generation der Kassettenkinder", die fortan auschließlich von der Hörspielkassette erzogen wurde, war geboren (sie ist nicht zu verwechseln mit der Generation derer, die als Kind mal eine Platte gehört haben und ihre Eltern beim Auflegen und Wenden noch zu Gesicht bekamen).

Was damals niemand ahnte - die so sich Selbstüberlassenen waren doppelt betrogen! Nicht nur, dass die Erziehungsberechtigten nicht mal mehr da waren um eine Platte aufzulegen, umzudrehen oder wegzuschließen - die Kassetten enthielten zudem häufig ohne Sinn und Verstand gekürzte, wenn nicht sinnentstellende Fassungen der qualitativ hochwertigeren Versionen die sich ursprünglich auf den LPs befanden; die MC-Fassung taugte oft tatsächlich nur noch zur Berieselung.

Die Seiten von Euroa-Vinyl haben bezüglich geschnittener Hörspiele bereits einiges an Aufklärungsarbeit geleistet. Schon der Vergleich mancher Laufzeiten zwischen MC und LP lässt bösestes vermuten, wie zum Beispiel beim neusten Versionenvergleich auf www.europa-vinyl.de:

Der Schatz im Silbersee Folge 1 (LP-Version)(E 240, Laufzeit 48'15")
Der Schatz im Silbersee Folge 1 (MC-Version)(4065, Laufzeit 30'40")

Den ausführlichen LP-MC-Vergleich finden Sie nebst weiteren hier: http://www.europa-vinyl.de/special/vergl.htm:

Die Ablösung der Sprechplatte durch die MC im Bereich der Kinderhörspiel-Produktionen aus den oben genannten Gründen war im Prinzip der Anfang des Niedergangs der Sprechplatte. Mehr über die tragische Geschichte der Sprechplatte (aber auch über ihre unerwartete Wiederauferstehung) demnächst in diesem blog.

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